1 de maio de 2013

Landeskunde / Feste und Bräuche:Der Mai ist da!


Aus: http://www.childrenoftheworld.de/deutsch/teachers/germany/germany_complete.pdf

Maibaum aufstellen - Symbol für Fruchtbarkeit
Das Maibaum aufstellen wird in der Geschichte als Fruchtbarkeitssymbol angesehen und auch heutzutage immernoch so gehandhabt, weil er einfach immernoch dazu gehört.

Der Mai erfreut uns mit blühenden Bäumen, Blümlein und prallem Sonnenschein und zaubert jedermann ein seliges Lächeln auf die Lippen. Nun wissen wir es ganz sicher - der Frühling hat endgültig Einzug ins Land gefunden. Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai ist als Walpurgisnacht bekannt. Sie kündet vom offiziellen Frühjahrsanfang und wie bereits unsere Vorfahren im Mittelalter begrüßen auch wir den Lenz mit einem ausgelassenen Tanz in den Mai.

Doch auch andere Maibräuche gehören zum Fest dazu, so etwa das  Maibaum aufstellen. Diese Tradition geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Meistens wird eine Birke als Maibaum auserkoren, weil sie Ähnlichkeit mit einem jungen Mädchen hat, dessen Weiblichkeit erwacht und zur vollen Pracht aufblüht. In manchen Orten ist es dagegen üblich, eine Tanne oder Fichte als Maibaum aufzustellen.

Der Maibaum symbolisiert Fruchtbarkeit und gilt seit jeher als eine Verbindung zwischen Erde und Himmel. Den Riten nach ragt er in das Universum hinauf und wird auch als Weltachse bezeichnet. Diese Achse wurde als eben der Ort betrachtet, an dem sich das Übersinnliche und das Weltliche treffen und miteinander in Verbindung treten.

Das Aufstellen des Baumes wurde festlich zelebriert. Nachdem ein Baum als Schönster im Dorf auserkoren und zum Maibaum gekürt wurde, ging es daran diesen, ohne jegliche technische Hilfsmittel, mitten im Dorfplatz zu platzieren. Wenn der Maibaum stand, begann das eigentlich Fest, bei dem man um den Maibaum tanzt und das Erwachen der Natur besingt.

Verliebte Männer konnten aber auch kleinere Birkenzweige an die Tür ihrer Geliebten bringen oder Striche mit weißer Kreide um das Haus ihrer Auserwählten ziehen, und somit ein Liebesgeständnis ablegen.

Weil der Tanz in den Mai als ein Fruchtbarkeitsfest galt, ließ man in dieser Nacht schon im Mittelalter der Sinnlichkeit und Sexualität freien Lauf. Bei solch einem Feiertag gehört, neben Tanz und Maibowle schließlich auch die Liebe zwischen einem Paar dazu. Im Mittelalter waren die Sitten diesbezüglich bekanntermaßen recht streng, doch gerade in der Walpurgisnacht wurden alle Regeln über Bord geworfen und die Liebe frei und ungehemmt ausgelebt. Bis zum 16. Jahrhundert wurde auf dem Lande in dieser Nacht sogar die eheliche Treue außer Gefecht gesetzt.

Was die Lieben heute von den alten Bräuchen mitgenommen haben, bleibt im Rausch des Maifestes verborgen. In vielen Orten Europas gehört das Maibaum aufstellen unbedingt dazu, es wird getrunken, gesungen und fröhlich in den Mai getanzt – der Frühling wird angemessen begrüßt und geehrt, genauso wie es sich gehört.

                              

Etwas zum Lesen: Eine Geschichte über Maibäume -  von Diethelm Reiner Kaminski